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Ludwigshafen und die 1865 gegründete Badische Anilin und Soda-Fabrik (BASF) sind seit ihrer Gründungzeit eng miteinander verbunden. Die Stadt und ihre Einwohner profitierten sowohl vom Aufschwung der chemischen Industrie, sie mussten aber auch viel Leid ertragen, welches das Werk über die Stadt brachte.

Bei der größten Explosionskatastrophe in der Geschichte der BASF am 21.9.1921 mussten 561 Menschen ihr Leben lassen. 4.000 t Ammonsulfatsalpeter explodierten, wobei rund 80 % des Werkes sowie große Teile der Stadt zerstört wurden. Ein weiteres größeres Unglück ereignete sich am 29.7.1943; dabei verloren 67 Menschen ihr Leben.

Während des Krieges wurde Ludwigshafen durch insgesamt 124 Luftangriffe der Alliierten zu 90 % zerstört, knapp 5.000 Tote waren zu beklagen. Während der Aufbauphase in den Nachkriegsjahren traf es die leidgeprüfte Stadt erneut, als am 28.Juli 1948 um 15.43 Uhr eine gewaltige Explosion das Werk, die Stadt selbst und das Umland erschütterte. Auf dem Werksgelände der BASF im Bau 14, nicht einmal 200m vom Hauptverwaltungsgebäude entfernt, erfolgte eine kleinere Ethanolexplosion. Diese zog eine Raumexplosion nach sich, bei der ein Großraumwagen mit 20 – 30 t Dimethylether in die Luft flog. Gleichzeitig schoß eine riesige Detonationswolke bis zu 1 km in die Höhe. Dörfer und Städte von der Haardt bis zum Odenwald wurden durch den Explosionsknall erschüttert. Die ungeheure Explosion hob einen 100 m hohen Schornstein mit einem Durchmesser von 2 m in die Höhe und rammte ihn 1 m tief in den Boden.

Die grausige Bilanz der Katastrophe: 207 Tote, 3.800 Verletzte, 7.350 beschädigte Häuser in Ludwigshafen und Mannheim. Im Werk selbst wurden 20 Gebäude total, 120 schwer und 80 leicht beschädigt.

Unmittelbar nach dem Unglück liefen die Rettungsmaßnahmen an. Feuerwehren aus der ganzen Pfalz bekämpften bis zum nächsten Morgen die gewaltigen Brände auf dem Werksgelände, französische Einheiten kooperierten mit deutschen und amerikanischen Rettungsmannschaften aus Mannheim und Heidelberg.

Die Ludwigshafener Rheinpfalz rief eine Spendenaktion zugunsten der Explosionsopfer ins Leben, die von Bevölkerung und Gemeinden aus allen vier Besatzungszonen unterstützt wurde.

Die improvisierten Hilfsleistungen von Stadtverwaltung und Werksleitung wurden dann einheitlich im „Hilfswerk Ludwigshafen“ zusammengefasst. Ein Teil dieser Hilfsmaßnahmen war auch die Ausgabe von Sondermarken mit Zuschlag. Am Ende dieser Aktion betrugen die gesamten Hilfsleistungen rund 2,75 Mio. DM zugunsten der Opfer und der Hinterbliebenen. Dies war für die damalige Zeit, ein knappes halbes Jahr nach der Währungsreform, ein bemerkenswerter Betrag.

 

   
© Briefmarkn- und Münzclub 1905 Ludwigshafen/Rh. e.V.